Dr. Sebastian Becker

Kontakt

E-Mail: sebastian.becker@uni-mainz.de
Telefon: 06131 39-25404
Raum: 00-631, Philosophicum

Sprechstunden

Mittwochs 10:30-11:30 Uhr

in der vorlesungsfreien Zeit:

Mi 17.7, 10-11

Mo 12.8 10-11

Mi 11.9 10-11

Mi 9.10 10-11

Akademischer Lebenslauf | Forschungsschwerpunkte | Forschungsprojekt | Publikationen

Akademischer Lebenslauf

2003-2009
Studium der Mittleren und Neueren Geschichte sowie der romanischen Philologie (Italienisch) und Betriebswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Università degli Studi di Siena (Italien)

2006-2009
verschiedene Tätigkeiten, zunächst beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dann im Bereich Beratung und Finanzkommunikation

2008
Praktikum am Deutschen Historischen Institut in Rom

2009
Magisterabschluss, Magisterarbeit zum Thema: "Frühneuzeitliche Publizistik als Träger des kulturellen Gedächtnisses. Die Republik Genua im 17. Jahrhundert."

Seit 2009
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Arbeitsbereich Neuere Geschichte.

Mitglied des Forum Junge Kulturwissenschaften des Forschungsschwerpunkts Historische Kulturwissenschaften (HKW) an der Universität Mainz

Seit 2010
Koordination der Redaktion „Frühe Neuzeit“ des Rezensionsjournals sehepunkte (ISSN 1618-6168)

2011
Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts in Rom

Juni 2013
Abschluss des Promotionsverfahrens

Selbstverwaltung/Gremienarbeit an der JGU Mainz

2011 – 2012 Sprecher der interdisziplinären Nachwuchsforschergruppe „Forum Junge Kulturwissenschaften“ des Forschungsschwerpunkts Historische Kulturwissenschaften (HKW) an der Universität Mainz, Mitglied im Koordinationsausschuss.

Seit 2012 Gewählter Vertreter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruppe 3 des Historischen Seminars im Prüfungsausschuss des Historischen Seminars

Seit 2013 Fachkoordinator des Historischen Seminars für die integrierten Studiengänge Mainz-Dijon-Bologna

Projektbeauftragter des Historischen Seminars für die Einrichtung eines Masterstudiengangs European History (Double/Joint-Degree) mit der Universität Glasgow

Forschungsschwerpunkte

• Europa und das Reich im 16. und 17. Jahrhundert
• Italienische Staaten und Dynastien in der Frühen Neuzeit
• Geschichte des Papsttums und des Kirchenstaats, vor allem im 16. und 17. Jahrhundert
• Dynastiegeschichte
• Wissens- und Technikgeschichte

Forschungsprojekt

Wirtschaftsspionage 1.0? Zum Stellenwert und der Bedeutung von technisch-wirtschaftlichem Wissen an den Höfen der Frühen Neuzeit (1550-1750)

Wirtschaftsspionage gilt als Phänomen der Moderne, ist zugleich ein Thema höchster Aktualität. In Deutschland etwa wird derzeit aus Gründen der Staatsräson über Möglichkeiten zur Beschränkung des Einflusses ausländischer Investoren auf den Industrie- und Hightech-Sektor diskutiert. In den USA sorgte jüngst die Rekrutierung von Mitarbeitern eines US-amerikanischen Technologiekonzerns durch chinesische Spione nicht nur für Schlagzeilen, sondern auch für diplomatische Verwerfungen. Aber sind diese und ähnliche Fälle von Ideen- und Wissensraub unter Beteiligung ausländischer Regierungen wirklich spezifisch „modern“? Das Projekt will der Frage nachgehen, wie sehr Politik schon im 16. und 17. Jahrhundert von einem aus ökonomischen Gesichtspunkten betriebenen Wettbewerb um technisches Wissen geprägt war und welche Rolle technischem Wissen einerseits und Strategien zur Gewinnung desselben andererseits in einer Zeit spielten, die gemeinhin als Phase ohne große technische Innovationen charakterisiert wird. Dabei soll gezeigt werden, dass die oft als für das 21. Jahrhundert charakteristisch dargestellte Verknüpfung von Technik, Wissen und Wirtschaft bereits in der Vormoderne ein Faktor von vormoderner "Wirtschaftspolitik“ war. Als Schlüsselepoche der Wirtschaftsgeschichte bilden das 16. und 17. Jahrhundert unter dieser Perspektive nicht alleine das Zeitalter der Kommerzialisierung. Die Ausbreitung des Marktes, die bislang als herausstechendes Merkmal dieser Zeit galt, war vielmehr begleitet von einem viel umfassenderen Prozess: der tiefgreifenden Ökonomisierung des politischen Denkens und Handelns, das in engem Zusammenhang mit wirtschaftlich-technischem Fortschritt stand.

Hier setzten zentrale Fragestellungen wie die folgenden an: Welche Rolle spielte der Wettbewerb um technisches Wissen und wirtschaftlichen Vorsprung in der Politik und in der Staatsliteratur des 16. und 17. Jahrhunderts? Wie gewannen Regierungen und Fürsten im Heiligen römischen Reich technische Expertise für ihre Territorien und wie sicherte man sich in der Frühen Neuzeit gegen den Diebstahl ökonomisch wichtigen Wissens ab? Welche Rolle spielte die Medialität von technischem und wirtschaftlichem Wissen, welchen Beschränkungen unterlag es? Darüber hinaus interessieren die Skalen technischen und ökonomischen Wissens sowie ihre jeweiligen Rollen in Zirkulationsprozessen. Ist der im Bereich des technischen Wissens noch immer dominierende Antagonismus von internalisiertem Wissen technischer Spezialisten (tacit knowledge) und kodifiziertem und damit vermeintlich transportablem Wissen angesichts neuer Ansätze der Wissensgeschichte haltbar?

Das Projekt fragt damit nach dem Stellenwert von technischem und ökonomischen Wissen in der vormodernen Politik und soll einen Beitrag zu einer Wissensgeschichte der Wirtschaft und der Technik leisten. Damit geht es um nicht weniger, als bestehenden Vorstellungen über die herausragende Bedeutung von Faktoren wie Ruhm, Repräsentation und symbolischer Kommunikation in der Frühen Neuzeit bisher unbeachtete Felder fürstlichen Handelns zur Seite zu stellen.

Betreute Abschlussarbeiten als Erstgutachter

J. Maas: Der schwedische Staat in Mainz 1631-1636 und die französische Besatzungszeit der Stadt Mainz 1644-1650. Strukturelle Maßnahmen, konfessionelle Lage und Lebensverhältnisse der Mainzer Bevölkerung im Vergleich (Bachelor of Education, 2017)

S. Mottl: „Du sollst nicht spielen“! Der Kampf gegen Hazardspiele im Kurmainz des 18. Jahrhunderts (Bachelor of Education, 2015)

P. Pick: Das Wallensteinbild bei Schiller – Der Herzog von Friedland im Spiegel der Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs und der Trilogie (Bachelor of Education, 2014)

S. Quednau: Kirchenreform oder Kirchenspaltung? Konzilsforderungen zur Zeit der Reformation (Bachelor of Education, 2017)

R. Wagner: Die Darstellung Leopolds I.Eine Analyse der öffentlichen Wahrnehmung in den Jahren 1658 bis 1705 anhand von ausgewählten Flugschriften (Bachelor of Education, 2018)

Publikationen und Vorträge

Monographien

Dynastische Politik und Legitimationsstrategien der Della Rovere. Potenziale und Grenzen der Herzöge von Urbino (1508-1631) (Bibliothek des Deutschen Historischen Institutes in Rom, Bd.129). Berlin/Boston 2015.

Aufsätze

Indexikalische Zeichen dynastischer Geltung im Herzogtum Urbino, in: Frings, Andreas (Hrsg.), Vergangenheiten auf der Spur. Indexikalische Semiotik in den historischen Kulturwissenschaften, Bielefeld 2012 (Mainzer historische Kulturwissenschaften, Bd. 10), S. 195-212.

Wissenstransfer durch Spionage. Ein florentinischer Agent und seine Reise durch Nordeuropa, in: Brendecke, Arndt (Hrsg.): Praktiken in der Frühen Neuzeit (Frühneuzeit-Impulse, Bd. 3). Köln 2015, S.152-163.

“Miscellaneous remarks”. Recounting deviance in Early Modern Travel Accounts, in: Rogge, Jörg (Hrsg.): Recounting Deviance: Forms and Practices of Presenting Divergent Behaviour in the Late Middle Ages and Early Modern Period, Bielefeld 2016 (Mainzer Historische Kulturwissenschaften, Bd. 34), S. 179-208.

Das Montefeltro und die Herzöge von Urbino im Spannungsfeld zwischen Florenz, Papsttum und Reich, in: Rebitsch, Robert (u.a.) (Hrsg.): Reichsitalien in Mittelalter und Neuzeit / I feudi imperiali italiani nel Medioevo e nell'Età Moderna (Innsbrucker Historische Studien, Bd.31) [in Druckvorbereitung]

„A proditoribus civibus conturbata patria et Caesari vendita“. Die Ermordung des Pier Luigi Farnese 1547. In: Haug, Tilman/Krischer, André (Hrsg.): Höllische Ingenieure – Attentate und Verschwörungen in kriminalitäts-, entscheidungs- und sicherheitsgeschichtlicher Perspektive, Konstanz 2017 (in Vorbereitung).

Zirkulation von technischem Wissen zwischen Italien und dem Reich. Eine Spurensuche, in: Brevaglieri, Sabina/Schnettger, Matthias (Hrsg.): Transferprozesse zwischen dem Alten Reich und Italien im 17. Jahrhundert. Wissenskonfigurationen – Akteure – Netzwerke, Bielefeld 2018 (im Druck).

“Caesar aut Nihil”? Alexander VI. Borgia zwischen Caesaropapismus und Größenwahn, in: Blank, Thomas/ Catrein, Christoph/Van Hoff, Christine (Hrsg.): Caesarenwahn - Die Hybris der Autokraten (erscheint 2018).

Rezensionen und Tagungsberichte

Rezension von: Martin Fröhlich: Mysterium Venedig. Die Markusrepublik als politisches Argument in der Neuzeit, Bern / Frankfurt a.M. [u.a.]: Peter Lang 2010, in: sehepunkte 11 (2011), Nr. 11 [15.11.2011], URL: http://www.sehepunkte.de/2011/11/20019.html.

Rezension von: Klaus Gantert: Elektronische Informationsressourcen für Historiker, Berlin: de Gruyter 2011, in: sehepunkte 12 (2012), Nr. 6 [15.06.2012], URL: http://www.sehepunkte.de/-2012/06/20943.html.

Rezension von: Marika Keblusek / Badeloch Vera Nold
us (eds.): Double Agents. Cultural and Political Brokerage in Early Modern Europe, Leiden / Boston / Tokyo: Brill Academic Publishers 2011, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 4 [15.04.2013], URL: http://www.sehepunkte.de/2013/04/21735.html

Rezension von: Evelyn Korsch: Bilder der Macht. Venezianische Repräsentationsstrategien beim Staatsbesuch Heinrichs III. (1574), Berlin: Akademie Verlag 2013, in: sehepunkte 14 (2014), Nr. 1 [15.01.2014], URL: http://www.sehepunkte.de/2014/01/21320.html

Tagungsbericht Konversionsszenarien in Rom in der Frühen Neuzeit. Scenari di conversione a Roma nella Prima Età Moderna, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 90 (2010), (S. 493–499). [Publiziert auch in HSozKult unter: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?id=3204&view=pdf&pn=tagungsberichte

Tagungsbericht Konversionsszenarien in Rom in der Frühen Neuzeit / Scenari di conversione a Roma nella Prima Età Moderna. 27.05.2010-28.05.2010, Rom, in: H-Soz-u-Kult, 21.07.2010, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3204].

Vorträge

März 2016, University of Oxford: The Power of Affiliation: Dynastic Blood, Artificial Kinship and the Legitimation Strategies in the Duchy of Urbino 1508-1631.

März 2013, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI): „verbunden, um aus zwei Sternen eine Sonne entstehen zu lassen“ – Legitimationsstrategien der della Rovere im Spiegel dynastischer Feste.

September 2013 (10. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit, München): Wissenstransfer durch Spionage. Ein florentinischer Agent und seine Reise durch Nordeuropa.

Juli 2013 Kings & Queens 2, Winchester University, UK: Papal family strategies in 16th century Rome – nepotism and dynastic marriages.

Oktober 2012, Universität Duisburg-Essen: Potentiale und Grenzen „neuer“ Fürsten. Behauptungs- und Legitimationsstrategien der Herzöge von Urbino im 16. und 17. Jahrhundert.

Lehrveranstaltungen

SoSe 2009
Übung zur Exkursion: Europa im Zeitalter der europäischen Überseeexpansion und der Reformation 1492-1556
Exkursion: Europa im Zeitalter der europäischen Überseeexpansion und der Reformation 1492-1556

WiSe 2009/10
Übung Englische Quellenlektüre: Das Italienbild in englischen Reisebeschreibungen

SoSe 2010
Proseminar Neuere Geschichte: Der Dreißigjährige Krieg (Kurs A) (Evaluation)
Proseminar Neuere Geschichte: Der Dreißigjährige Krieg (Kurs B) (Evaluation)

SoSe 2011
Proseminar Neuere Geschichte: Die Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges

WiSe 2011/12
Übung Englische Quellenlektüre: Der Niederländische Aufstand (Evaluation)

SoSe 2012
Proseminar Neuere Geschichte: Karl V. in Europa (Evaluation)

WiSe 2012/13
Übung Englische Quellenlektüre: Das Deutsche Reich im Dreißigjährigen Krieg. Auszüge aus dem Reisetagebuch eines englischen Diplomaten (Evaluation)

SoSe 2013
Proseminar Neuere Geschichte: Tu felix austria... Das Haus Habsburg. Eine Dynastie und ihr Aufstieg im 16. und 17. Jahrhundert
Exkursion: Die Medici. Menschen, Macht und Leidenschaft. Ausstellungsbesuch in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

WiSe 2013/14
Übung Englische Quellenlektüre: "What Speciall Observations Are to Be Taken by Travellers…" – Die Reise als Instrument der Spionage in der Frühen Neuzeit
Proseminar Neuere Geschichte: Der Dreißigjährige Krieg (Evaluation)

SoSe 2014
Proseminar Neuere Geschichte: Adel in der Frühen Neuzeit (Kurs A)
Proseminar Neuere Geschichte :Adel in der Frühen Neuzeit (Kurs B)

WiSe 2014/15
Proseminar Neuere Geschichte: Der Dreißigjährige Krieg
Übung Englische Quellenlektüre: Die Briefe und Tagebucheinträge von Samuel Pepys

SoSe 2015
Seminar: Frankreich im Zeitalter Ludwigs XIV. (Kurs A)
Seminar: Frankreich im Zeitalter Ludwigs XIV. (Kurs B)

WiSe 2015/16
Seminar Neuere Geschichte: Karl V. Kleingruppe Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft (Kurs A)

SoSe 2016
Seminar Neuere Geschichte: Der Spanische Erbfolgekrieg (Kurs A und B)
Übung zur Neueren Geschichte und Exkursion: Türkenbild und Türkenbeute in der Frühen Neuzeit (Exkursion ins Badische Landesmuseum Karlsruhe)

WiSe 2016/17
Kleingruppe Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft (Kurs C und D)
Seminar Neuere Geschichte: Flickenteppich oder Staatenbund? Verfasstheit und Verfassung des Alten Reiches

SoSe 2017
Seminar Neuere Geschichte: Städte in der Frühen Neuzeit (Kurs A und B)
Übung zur Neueren Geschichte und Exkursion: Technik in der Frühen Neuzeit und der Beginn der Industrialisierung: Exkursion ins Deutsche Museum München

WiSe 2017/18:
Kleingruppe: Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft (Kurs A)
Kleingruppe Englische Quellenlektüre: Technology and Culture: The 18th Century British Industrial Revolution from a Swedish Perspective (Kurs A und B)